Testbericht Laufschuh: Dynafit Feline Superlight

von Lars Bodendiek09.09.2015

Im letzten Testbericht stand der Speedcross 3 von Salomon auf dem Prüfstand. Als nächstes wagte sich der Dynafit Feline SL auf die Laufstrecke des Tough Mudder Norddeutschland. Der Dynafit Feline SL steht dafür ein, schwierige Geländeläufe spielend zu meistern. Ob der Laufschuh hält was er verspricht, erfahrt ihr hier im Testbericht.

Design und Pasform: Dynafit Feline Superlight

Der Dynafit Feline SL in sparta blue ist ein echter Hingucker. Allein das schimmernde blau stach mir sofort ins Auge. Die roten Akzente passen perfekt ins Bild und setzen den Fuss farbenfroh in Szene.

Wo sonst die Sohle meist langweilig erscheint, zieht sich das Design einmal mehr mit einer Kombi aus rot und schwarz durch. Das diese für maximale Aggressivität auf steilem, ruppigen und felsigem Gelände steht, das muss ich wohl nicht weiter erwähnen.

Wer auf eine noch schillernde Variante zurückgreifen möchte, so gibt es den Schuh in den Farben firebrick/uppercut. Und zu guter letzt hüllt sich der Schuh auch noch in firebrick/silver, die wohl die zurückhaltendste Version des Laufschuhs ist.

Viele Hersteller, auch Dynafit, vertrauen mittlerweile auf das Schnellschnürstem Quick Lace. Ich bin von Lauf zu Lauf selber Fan dieser anfangs ungewohnten Schnürvariante geworden. Ich kam mit dem Schnürsystem noch nie in eine Situation, in der ich während eines Hindernislaufs meinen Schuh verloren habe.

Angezogen fühlt sich der Laufschuh sehr robust an, was allein durch die Kappe und durch das Belüftungssystem unterstrichen wird. Zudem ist der Innenschuh sehr passgenau. Dynafit preist die Passform daher auch mit „Sensitive Fit“ an, was für schmale Leisten mit enger sportlicher Passform steht. Ich habe einen eher schmalen Vorderfuss und trotzdem hatte ich die Befürchtung, an dem großen und kleinen Zeh Blasen zu bekommen.

Die Gummimischung der Sohle stammt aus dem Hause Vibram. Im Vergleich zu dem Salomon Speedcross 3 ist die Vibram Sohle wesentlich härter und lässt den ersten Eindruck entstehen, dass Unebenheiten verstärkt auf die Gelenke gehen könnten.

Manko: Dynafit Feline Superlight

Das Quick Lace Schnürsystem bringt jedoch auch immer automatisch ein Manko mit sich. Sofern die Timing Chips nicht in den Startnummern integriert sind, müssen sie an dem Schuh befestigt werden. Mit etwas Geschick bekommt der erfahrene Hindernisläufer das schon hin. Wer aber auf Nummer sicher gehen will, der sollte sich einfach Kabelbinder einpacken und den Chip damit bombenfest befestigen. Anders als beim  Salomon hat der Dynafit Feline SL leider keine integrierte Tasche in der Lasche. Verstaumöglichkeit bietet daher nur der Gummi in Höhe des Mittelfusses. Das soll es aber auch schon an Kritik gewesen sein.

Grip: Dynafit Feline Superlight

Wie ich immer noch auf den Strecken erkennen muss, greifen Unmengen an Läufern auf das bewehrte Paar Trainingsschuhe zurück. Und bei jedem rutschigen Untergrund, jedem holprigen Anstieg, kurzem Richtungswechsel oder Abstieg erweist sich die Wahl als sehr schlecht. Mit dem Dynafit macht es hingegen einfach Spaß die Anstiege nahezu problemlos zu bezwingen und die Mitstreiter alt aussehen zu lassen. Auch die harte Sohle hat mich beim Tough Mudder überzeugt. Anfängliche Skepsis blieb auf der Strecke. Ob härteres oder weiches Geläuf, der Untergrund fühlte sich einfach gleichbleibend an. Und meine Gelenke haben auch durch Sprünge aus der Höhe nachträglich nichts einstecken müssen. Absolut gelungen!

Material / Verarbeitung: Dynafit Feline Superlight

Wer einmal einen dieser Hindernisläufe bestritten hat, der weiß wie unangenehm Wasserhindernisse sein können. Die Füße können sich bei der falschen Schuhwahl schnell 3kg schwerer anfühlen.

Mit 290g Kampfgewicht liegt der Dynafit zwischen dem Inov 8 Mudclaw 265 (265 Gramm) und dem Salomon Speedcross 3 (310 Gramm) im guten Mittelfeld. Beim Lauf hatte ich nicht den Eindruck, dass er so viel Wasser aufgenommen hat. Das Obermaterial besteht aus viel Synthetik und Gummi, dementsprechend ist der Aufsaugfaktor eher gering.

Das Material ist einwandfrei verarbeitet und erwartungsgemäß sah der Schuh nach dem zweiten Waschgang noch immer wie unbenutzt aus.

Wie ich oben schon angedeutet habe, entsteht nach dem Anziehen kein Kuschelfaktor. Dafür wurde der Laufschuh aber auch nicht konzipiert. Treffend finde ich dabei die Beschreibung von Dynafit, die Zwischensohle sei inspiriert von den Pfoten des Schneeleoparden, darum genau so entwickelt. Gepaart mit dem Höhenunterschied von 8mm zwischen Vorderfuss und Ferse, schafft der Schuh ein Gefühl des Vortriebs. Ich wollte endlich auf die Strecke und ihn durchs vielseitige Gelände jagen.

Preis / Leistung: Dynafit Feline Superlight

Wer einen Schuh möchte, der jeden Hindernislauf bezwingt und dabei farblich was zu bieten hat, der wird auch den vergleichsweise hohen Betrag von ca. 120 Euro überaus gerne berappen. Dabei ist nochmals zu erwähnen, dass dieser Schuh jeden Cent wert ist.

Fazit: Dynafit Feline Superlight

Klar preisen Dynafit ihren Schuh mit Schlagwörtern wie perfekte Wahl für ambitionierte Athleten, schwieriges Terrain, ruppiges Gelände, Matsch, unübertroffene Bodenhaftung, Schutz, Dynamik etc. an.

Was bleibt mir dabei anderes zu sagen, als ihnen da zu zustimmen. Ich vergebe gut und gerne das Prädikat „beide Daumen“ hoch. Zumal meine Befürchtungen, Blasen zu bekommen, nicht wahr wurden.

Somit ist der Dynafit Feline SL ein weiterer Schuh, den ich gerne mal überstreife und bei Hindernisläufen zum Einsatz kommen lasse. Möchte ich es an einem Lauftag eher komfortabel, dann wird der Salomon geschnürt. Möchte ich es hingegen mal robuster und aggressiver, so werde ich absolut gerne auf den Dynafit zurückgreifen. Hier gelangt ihr zur Top 10 der besten Laufschuhe für Hindernisläufe.

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